Dienstag, 18. Dezember 2012

O Adonai

O Adonai, et Dux domus Israel,
qui Moysi in igne flammae rubi apparuisti,
et ei in Sina legem dedisti:
veni ad redimendum nos in brachio extento.

O Herr und Führer des Hauses Israel, 
im flammenden Dornbusch bist du dem Mose erschienen,
und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben. 
O komm, und befreie uns mit deinem starken Arm.


Komm, oh Herr und befreie uns!
...wie ich diese Antiphon liebe...

Sonntag, 18. November 2012

Lieber Heiliger Vater



Lieber Heiliger Vater,

schon lange wollte ich Ihnen schreiben, verschiedenste Anlässe habe ich verstreichen lassen, ich hätte Ihnen zum Geburtstag und zum Jubiläum und zu allen möglichen Gelegenheiten schreiben können, und habe es nicht getan. Heute nun ergreife ich die Gelegenheit, um Ihnen zu sagen, wie sehr Sie mich beeindrucken, wie sehr Sie mich faszinieren und wie Sie mein Herz zum Überlaufen bringen.
Aufgewachsen in einem hinreichend christlichen, aber nicht äußerst katholischen Umfeld, war ich als Kind und Jugendliche sehr geprägt von der Kirche in Deutschland. „Wir“ verehrten Ihren Vorgänger, den Seligen Johannes Paul II., und waren in seinen letzten Lebensmonaten besorgt, wie es wohl mit der Kirche nach seinem Pontifikat weitergehen würde. In diesen Monaten begann ich zum ersten Mal, mir Gedanken darüber zu machen, wer sein Nachfolger werden könnte, aber ich kannte natürlich nicht die Quellen, denen ich hätte vertrauen können. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen überlegte ich mir, dass doch der nächste Papst vielleicht Deutscher sein könnte und aus mir ebensowenig nachvollziehbaren Gründen kamen sofort Sie mir in den Sinn. In meinem eher liberalen Umfeld waren Sie bekannt als ein sehr konservativer Kardinal, der nicht unbedingt ein „Kardinal für’s Volk“ war. Irgendetwas in mir hat mich bewogen, Sie besser „kennenzulernen“, ich habe mir Bücher von Ihnen besorgt und habe dort einen intelligenten, tiefgläubigen Menschen entdeckt. Schritt für Schritt empfand ich immer mehr Sympathie für Sie.
Und dann starb Johannes Paul II. Er, der kurz nach meiner Geburt zum Papst gewählt wurde, der also praktisch der einzige Papst war, den ich kannte, der so etwas wie „mein Papst“ war. Sie hatten die Verantwortung für dieses wunderbare Requiem – und das Konklave begann. Und ich begann, mitzubeten und mitzuhoffen.
Schließlich kam jener 19.April 2005. Ich erinnere mich genau: ich war noch im Labor und das Internet meldete, dass weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle aufsteigen würde. Ich begann zu rechnen, es würde mir nicht reichen, nach Hause zu fahren und versuchte, einen Livestream zu finden, den ich auch fand, der aber nicht sehr stabil war (da vermutlich so viele Menschen live dabei sein wollten). So saß ich also an der Uni im Labor, umgeben von lauter nicht gläubigen Kollegen und wartete. Als Kardinal Estevez auf den Balkon trat, um uns die große Freude zu verkünden, war ich höchst gespannt und als er bei „….Josephum….“ war, war ich mir sicher, dass nur noch „Ratzinger“ folgen konnte – und ich sollte recht behalten. Meine Freude war wahrhaftig riesengroß.
Lieber Heiliger Vater, und dann traten Sie auf den Balkon und Ihre ersten Worte, dass Sie ein einfacher und bescheidener Arbeiter im Weinberg des Herrn seien und im Vertrauen auf die immerwährende Hilfe unseres Herrn voranschreiten, brachten in mir viele Saiten zum Schwingen.
Diese Saiten haben nicht mehr aufgehört zu Schwingen. In den über sieben Jahren Ihres Pontifikates hatte ich die große Freude, Sie zum Weltjugendtag in Köln und bei Ihren Deutschlandbesuchen „sehen“ zu dürfen.
In meinem Glaubensweg sind Sie nun schon lange zu „meinem Papst“ geworden, zu „meinem geliebten Heiligen Vater“ (auch, wenn man so etwas im Deutschen vielleicht nicht so ausdrücken würde). Ich danke Ihnen herzlich für Ihren Einsatz für uns, für unsere Kirche, für unseren Herrn und Gott. Ich danke Ihnen für das leuchtende Vorbild, das Sie sind, ich danke Ihnen für Ihre klugen Worte, die mich oft im Innersten berühren, ich danke Ihnen für all Ihr Sein, das Sie ganz dem Herrn übergeben haben.
Mein geliebter Heiliger Vater, ich bete weiterhin für Sie und bitte darum, dass Sie unserer Kirche noch lange in Gesundheit und Schaffenskraft, mit Ihrer Intelligenz und Demut erhalten bleiben, dass Sie viele Menschen auf den Weg zu unserem Gott bringen können, dass Sie unsere Kirche weiterhin in Weisheit und Weitsicht leiten können.
Mein größter Wunsch ist, Sie einmal wirklich „live“ treffen zu können und von Ihnen gesegnet zu werden (Ich denke, dass dieser Wunsch sich vermutlich nicht erfüllen wird; darum baue ich dann darauf, ihn in der Ewigkeit erfüllt zu bekommen).

In großer Dankbarkeit und tiefer Zuneigung,
chiqitac

Mittwoch, 14. November 2012

My GOD

mein Gott

my Lord        mein Herr
my Saviour    mein Retter
my Salvation  mein Heil
my Joy          meine Freude
my Peace      
my Freedom   meine Freiheit
my Love

mein Gott

mein Alles
der Grund meiner Freude
der Allmächtige    the Almighty
der Ewige
mein Hirte            my shepherd
mein Licht
der Barmherzige
der Heilige            the Holy
mein König           my King
der Treue
mein Schöpfer
der Wohlwollende
der Gütige
der Mächtige
der Eine und Einzige     the ONE and ONLY
the reason of my being
the love                die Liebe
der mir Freiheit verheißen hat
mein Trost - mein Tröster

mein Fels
meine Burg
meine Stärke
mein sicheres Heil
meine Zuflucht
mein RETTER

mein Gott


Meister! Rabbi! Rabbuni!

mein Gott

Montag, 15. Oktober 2012

Die Beichte evangelisiert die Evangelisierer

http://blog.archny.org/images/2012/02/CardinalDolanBlog.jpg
Seitdem ich vor fast zehn Jahren bei einem Besuch in Milwaukee den damaligen Erzbischof von Milwaukee, den heutigen Kardinal Timothy Dolan, kennenlernen durfte (und sehr angetan war von seiner freundlichen, aber doch bestimmten Art), verfolge ich interessiert seinen Weg. Kardinal Dolan hat einen eigenen Blog, auf dem auch sein Statement bei der Bischofssynode zu finden ist. 


"The great American evangelist, The Venerable Archbishop Fulton J. Sheen, commented, “The first word of Jesus in the Gospel was ‘come’; the last word of Jesus was ‘go’.”
The New Evangelization  reminds us that the very agents of evangelization must first be evangelized themselves. We must first come to Jesus ourselves before we can go out to others in His Holy Name."
...
"But, the sacrament of reconciliation evangelizes the evangelizers, as it brings us sacramentally into contact with Jesus, who calls us to conversion of heart, and inspires us to answer His invitation to repentance."
...
"The Second Vatican Council called for a renewal of the sacrament of penance, but what we got instead, sadly, in many places, was the disappearance of the sacrament."


Ja, Eminenz, da haben Sie vollkommen recht. 
Vielen Dank für diese Worte, ich schließe mich an, "ich bin" das Problem für die Welt. 
Dies zuzugeben führt zu einer Bekehrung des Herzens, wie Kardinal Dolan schließt. 


Montag, 8. Oktober 2012

Mein Ja(hr) des Glaubens

...wird ein ganz besonderes werden.
Hoffe ich.....
Glaube ich!

Ich konnte einen Priester gewinnen, mich ein Jahr lang geistlich zu begleiten (allerdings findet das erste "richtige" Treffen erst nächste Woche statt - ich hoffe, das passt...!). Ziel: hoffentlich endlich SEINEN Ruf so verstehen, dass ich erkenne, welchen Weg ER mir zugedacht hat; meine Berufung zu erkennen, meine Lebensentscheidung zu treffen.
Ich bin schon ganz aufgeregt, wenn ich dies nur schreibe - ich freue mich und fürchte mich auch. (Es fällt mir schwer, dies zu schreiben - dadurch ist's offiziell - ich kann mich nicht mehr "drücken" und habe Zeugen).

Oh HERR, DU weißt, dass dies ein wunder Punkt ist, ein langer Weg war.
HERR, gib, dass ich DEIN Wort höre, DEINEN Ruf verstehe, DEINEN Willen erkenne. Gib mir den Mut und die Kraft, diesen Ruf dann auch mit meinem "ja" zu beantworten. Und dann, HERR, schenke mir inneren Frieden und die Freude, DEINEN Willen zu erfüllen.

Deus, in adiutorium meum intende - Domine, ad adiuvandum me festina!

Dienstag, 25. September 2012

Heute bei SpON

Na klar, solche Sensationsmeldungen schaffen es wieder auf die Liste....
"Priester bricht bei Trauung tot zusammen"

Beten wir für ihn und das Paar, das so klar vor Augen geführt bekam, wie nahe Anfang und Ende zusammenliegen.
RIP.

Sonntag, 23. September 2012

ent-täuscht

Nachdem ich nun tatsächlich schon ein Jahr hier in der Diaspora wohne, "kennen" mich in den verschiedenen Teilgemeinden der Seelsorgeeinheit immer mehr Leute. Es hat sich herumgesprochen, dass ich gut singe und sehr gerne "Psalmen singe", "man" beobachtet mich auch in verschiedenen Sonn- und Werktagsgottesdiensten. Hin und wieder sprechen mich dann Einzelne auch an und fragen, ob ich nicht an diesem und jenem teilnehmen oder mithelfen möchte/würde.
So auch heute.

Mir fällt gerade auf, dass ich einen erklärenden Einschub brauche, bevor ich die Geschichte weitererzählen kann: Hier sind viele Gemeinden - mit 5 "normalen" Kirchen und einigen weiteren Teilorten, in denen die Katholiken sich zu Gottesdiensten in anderen Gebäuden zusammenfinden zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst; es gibt einen "Vollzeitpriester" und noch 5 Priester, die zumindest für einige Messen zur Verfügung stehen (Ruheständler, Muttersprachliche Gemeinden,...). Es wurde - vor meiner Zeit - beschlossen, dass es auf jeden Fall gewährleistet werden kann, dass jede dieser fünf Kirchen am Sonntag (Samstagabend zähle ich jetzt auch einmal dazu) eine Messe haben kann. Es wurde weiterhin beschlossen, dafür ein rollierendes System einzuführen (etwas, das mir gänzlich vertraut ist, in der Gemeinde meiner Eltern ist dies schon seit viiiiiiiiiiiiiiiiiielen Jahren der Fall), dazu wurden 3 Messzeiten eingeführt: Samstag abends, Sonntags Früh- und Sonntags Spätvormittag. So weit, so gut. Eine der Gemeinden hat sich aber vehement dagegen gewehrt und auf "ihrem" sonntäglichen Gottesdienst um 11 Uhr bestanden. Viele würden nur wegen dieser Messe zu dieser Uhrzeit weite Wege auf sich nehmen, etc. Die Folge: dreimal im Monat durfte die Messe um 11 Uhr bleiben, am vierten Sonntag wurde - um 11 Uhr - eine Wort-Gottes-Feier eingerichtet (als "ganz normale WGF", ohne Kommunionspendung). Nach kurzer Zeit war das nicht mehr genug und es gab Bestrebungen, eine "richtige" WGF mit Kommunionausteilung durchzusetzen. Der Priester hat sich dagegen gewehrt (denn es gäbe ja durchaus Möglichkeiten, eine Eucharistiefeier zu besuchen), der Kirchengemeinderat hat das befürwortet - Folge: es kam zu einem Schlichtungsgespräch mit vom Bischof beauftragten Leuten. Ergebnis: es gibt nun tatsächlich einmal im Monat diese WGF MIT Kommunionausteilung. 

Zurück zur Geschichte:
Eine Dame, die mir schon einmal vorgestellt wurde, und die mich schon einmal auf meine Stimme angesprochen hatte (deren Namen ich aber schon wieder vergessen hatte), kam nach der Messe auf mich zu (sehr freundlich) und fragte mich, ob ich an einem bestimmten Termin schon etwas vorhätte (worauf ich spontan antworten musste, dass ich leider meinen Terminkalender nicht dabeihabe und das deshalb nicht sagen kann), denn da wäre ja Wort-Gottes-Feier in dieser anderen Gemeinde und da würde das Gottes-Lob ja eine große Rolle spielen und sie hätten gerne eine Kantorin dafür, ob ich das nicht machen würde. Manchmal bin ich in solchen Situationen dann ganz spontan und schonungslos ehrlich und habe ihr (ziemlich wörtlich) gesagt, dass es mir leid tut, dass ich ihr das jetzt so sagen muss, dass ich diese WGF aber eigentlich prinzipiell ablehne. 
Spannend, diese kurze Spannungspause, die sich da auftat. Die Stimmung änderte sich von einer Sekunde auf die nächste und zwischen uns tat sich ein meterweiter Graben auf. Sie reagierte auch ganz konsterniert und meinte, das wäre die Gottesdienstform der Zukunft (sie MEINTE, aus Mangel an Priestern). Naja, vielleicht mag sie damit ja Recht haben, aber ich musste ihr erwiedern, dass ich ohne Not sicherlich nicht in eine WGF gehe, sondern, wenn ich die Wahl habe, mich Sonntags gerne ins Auto setze, um eine "richtige" Eucharistiefeier mitzufeiern. 
Wirklich interessant, wie anders sie plötzlich mit mir umging. Ich habe ihr dennoch meine E-Mail-Adresse gegeben und gemeint, sie könne mich dennoch einmal anfragen, und ich wäre vielleicht dennoch bereit, einmal auszuhelfen, aber ich wollte, dass sie weiß, woran sie ist.

Auf dem Heimweg habe ich mich dann innerlich irgendwie gefreut. Darüber, dass ich hin und wieder diese spontanen "schonungslos-ehrlich"-Momente habe, und darüber, dass ich klar meine Meinung gesagt habe, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass mein Gegenüber dadurch wohl etwas vor den Kopf gestoßen wird. (Was jetzt nicht heißen soll, dass ich das prinzipiell gut finde, ich habe mich über meinen Mut gefreut!).
Und mal ehrlich: meiner Meinung nach könnte diese Gemeinde auf Knien danken, dass sie Sonntags immerhin eine Eucharistiefeier haben könnte - dieses Bestehen auf der Uhrzeit finde ich albern - und dieses Ausbauen der WGF hat eindeutig Selbstdarstellercharakter und fördert die Meinung, dass Priester durchaus durch Laien ersetzt werden können. Schrecklich. 

Ich freue mich immer noch. Und bin schon gespannt, wie das hier so weitergehen wird. Bestimmt bin ich bald als "Motzkachel" verschrieen ;-) 
Vielleicht wäre das aber auch eine Auszeichnung?! ...

Samstag, 15. September 2012

Balzer Herrgott


Gestern hatte ich schon ein Bild davon gepostet, heute möchte ich noch die Geschichte dazu nachreichen (meine Wandertour im Sommer führte auch zum "Balzer Herrgott"):
Der "Balzer Herrgott" ist ein steinerner Christustorso, der einst an eine Buche gehängt wurde und im Laufe der Jahre immer weiter von diesem Baum umschlossen wurde. 
Es ranken sich einige Legenden um diese Christusfigur; die Geschichte, von der angenommen wird, dass sie nahe an der Wahrheit ist, ist auf einer Tafel neben der Buche zu lesen:



Ursprünglich war der ganze Korpus Teil des Hofkreuzes vom Königenhof im Wagnerstal. Im Jahre 1844 wurde der Königenhof durch eine Schneelawine völlig zerstört, dabei müssen Arme und Beine der Figur abgebrochen sein. Den Torso trugen junge Burschen heimlich durch den Wald bis zum heutigen Standort. Einige Zeit lag der Torso nun in der Nähe der noch jungen Buche. Um die Jahrhundertwende befestigten zwei Gütenbacher Uhrmachergesellen den Torso an dem Baum. Die wachsende Buche umfing nun Jahr für Jahr die Christusfigur immer mehr, bis schließlich  nur noch ein Teil des Kopfes sichtbar war.  1986 schließlich legte ein Schnitzer den Kopf wieder frei.  

Der "Balzer Herrgott" im Wandel der Zeit.

Eine ganz besondere Stimmung herrscht dort, mitten im Wald. 
Eine "ganz normale" Buche
Auf den ersten Blick eine ganz "normale" Buche - beim näheren Hinsehen trägt sie unseren Herrn. 
 Ich war ganz gefangen von diesem Anblick und auch sehr bewegt, zu Tränen gerührt. 
Meine Gedanken gingen in eine ähnliche Richtung, wie die des Verfassers einer der Tafeln, die ebenfalls dort angebracht sind:
Der Buche Stamm umklammert dieses Bild von Stein.
Nie mehr lässt er den leidenden Heiland los.
So umfasse auch Du ihn mit der Seele Dein,
damit er Dich aufnimmt in seinen Schoß.
(26.4.1935 - BMNOP)
 
 Mein Herr und mein Gott!

Freitag, 14. September 2012

The one


"The one on the cross is my love"


(Zitat: J. Kentenich; Foto: Balzer Herrgott - Geschichte folgt)

Dienstag, 11. September 2012

Lieblingsgedicht

Pro Spe Salutis interessiert sich für persönliche Lieblingsgedichte. 
Da bin ich dabei! 
Das, was ich hier als Lieblingsgedicht posten werde, habe ich in der Schule angefangen, zu mögen. Ein Schiller-Gedicht, schön gereimt mit viel "Aktion", gut zu merken und schön vorzutragen:
Die Kraniche des Ibykus.

(Ich musste kurz überlegen, denn Die Bürgschaft finde ich auch ganz großartig, da bringe ich beim rezitieren aber immer die verschiedenen Hindernisse durcheinander - also mussten es die Kraniche werden ;-)  ).

Friedrich von Schiller: Die Kraniche des Ibykus

Zum Kampf der Wagen und Gesänge,
Der auf Korinthus' Landesenge
Der Griechen Stämme froh vereint,
Zog Ibykus, der Götterfreund.
Ihm schenkte des Gesanges Gabe,
Der Lieder süßen Mund Apoll,
So wandert' er, an leichtem Stabe,
Aus Rhegium, des Gottes voll.

Schon winkt auf hohem Bergesrücken

Akrokorinth des Wandrers Blicken,
Und in Poseidons Fichtenhain
Tritt er mit frommem Schauder ein.
Nichts regt sich um ihn her, nur Schwärme
Von Kranichen begleiten ihn,
Die fernhin nach des Südens Wärme
In graulichtem Geschwader ziehn.

"Seid mir gegrüßt, befreundte Scharen!

Die mir zur See Begleiter waren,
Zum guten Zeichen nehm ich euch,
Mein Los, es ist dem euren gleich.
Von fernher kommen wir gezogen
Und flehen um ein wirtlich Dach.
Sei uns der Gastliche gewogen,
Der von dem Fremdling wehrt die Schmach!"

Und munter fördert er die Schritte

Und sieht sich in des Waldes Mitte,
Da sperren, auf gedrangem Steg,
Zwei Mörder plötzlich seinen Weg.
Zum Kampfe muß er sich bereiten,
Doch bald ermattet sinkt die Hand,
Sie hat der Leier zarte Saiten,
Doch nie des Bogens Kraft gespannt.

Er ruft die Menschen an, die Götter,

Sein Flehen dringt zu keinem Retter,
Wie weit er auch die Stimme schickt,
Nicht Lebendes wird hier erblickt.
"So muß ich hier verlassen sterben,
Auf fremdem Boden, unbeweint,
Durch böser Buben Hand verderben,
Wo auch kein Rächer mir erscheint!"

Und schwer getroffen sinkt er nieder,

Da rauscht der Kraniche Gefieder,
Er hört, schon kann er nichts mehr sehn,
Die nahen Stimmen furchtbar krähn.
"Von euch, ihr Kraniche dort oben,
Wenn keine andre Stimme spricht,
Sei meines Mordes Klag erhoben!"
Er ruft es, und sein Auge bricht.

Der nackte Leichnam wird gefunden,

Und bald, obgleich entstellt von Wunden,
Erkennt der Gastfreund in Korinth
Die Züge, die ihm teuer sind.
"Und muß ich dich so wiederfinden,
Und hoffte mit der Fichte Kranz
Des Sängers Schläfe zu umwinden,
Bestrahlt von seines Ruhmes Glanz!"

Und jammernd hören's alle Gäste,

Versammelt bei Poseidons Feste,
Ganz Griechenland ergreift der Schmerz,
Verloren hat ihn jedes Herz.
Und stürmend drängt sich zum Prytanen
Das Volk, es fordert seine Wut,
Zu rächen des Erschlagnen Manen,
Zu sühnen mit des Mörders Blut.

Doch wo die Spur, die aus der Menge,

Der Völker flutendem Gedränge,
Gelocket von der Spiele Pracht,
Den schwarzen Täter kenntlich macht?
Sind's Räuber, die ihn feig erschlagen?
Tat's neidisch ein verborgner Feind?
Nur Helios vermag's zu sagen,
Der alles Irdische bescheint.

Er geht vielleicht mit frechem Schritte

Jetzt eben durch der Griechen Mitte,
Und während ihn die Rache sucht,
Genießt er seines Frevels Frucht.
Auf ihres eignen Tempels Schwelle
Trotzt er vielleicht den Göttern, mengt
Sich dreist in jene Menschenwelle,
Die dort sich zum Theater drängt.

Denn Bank an Bank gedränget sitzen,

Es brechen fast der Bühne Stützen,
Herbeigeströmt von fern und nah,
Der Griechen Völker wartend da,
Dumpfbrausend wie des Meeres Wogen;
Von Menschen wimmelnd, wächst der Bau
In weiter stets geschweiftem Bogen
Hinauf bis in des Himmels Blau.

Wer zählt die Völker, nennt die Namen,

Die gastlich hier zusammenkamen?
Von Theseus' Stadt, von Aulis' Strand,
Von Phokis, vom Spartanerland,
Von Asiens entlegener Küste,
Von allen Inseln kamen sie
Und horchen von dem Schaugerüste
Des Chores grauser Melodie,

Der streng und ernst, nach alter Sitte,

Mit langsam abgemeßnem Schritte,
Hervortritt aus dem Hintergrund,
Umwandelnd des Theaters Rund.
So schreiten keine irdschen Weiber,
Die zeugete kein sterblich Haus!
Es steigt das Riesenmaß der Leiber
Hoch über menschliches hinaus.

Ein schwarzer Mantel schlägt die Lenden,

Sie schwingen in entfleischten Händen
Der Fackel düsterrote Glut,
In ihren Wangen fließt kein Blut.
Und wo die Haare lieblich flattern,
Um Menschenstirnen freundlich wehn,
Da sieht man Schlangen hier und Nattern
Die giftgeschwollenen Bäuche blähn.

Und schauerlich gedreht im Kreise

Beginnen sie des Hymnus Weise,
Der durch das Herz zerreißend dringt,
Die Bande um den Sünder schlingt.
Besinnungsraubend, herzbetörend
Schallt der Errinyen Gesang,
Er schallt, des Hörers Mark verzehrend,
Und duldet nicht der Leier Klang:

Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle

Bewahrt die kindlich reine Seele!
Ihm dürfen wir nicht rächend nahn,
Er wandelt frei des Lebens Bahn.
Doch wehe, wehe, wer verstohlen
Des Mordes schwere Tat vollbracht,
Wir heften uns an seine Sohlen,
Das furchtbare Geschlecht der Nacht!

Und glaubt er fliehend zu entspringen,

Geflügelt sind wir da, die Schlingen
Ihm werfend um den flüchtgen Fuß,
Daß er zu Boden fallen muß.
So jagen wir ihn, ohn Ermatten,
Versöhnen kann uns keine Reu,
Ihn fort und fort bis zu den Schatten
Und geben ihn auch dort nicht frei.

So singend, tanzen sie den Reigen,

Und Stille wie des Todes Schweigen
Liegt überm ganzen Hause schwer,
Als ob die Gottheit nahe wär.
Und feierlich, nach alter Sitte
Umwandelnd des Theaters Rund
Mit langsam abgemeßnem Schritte,
Verschwinden sie im Hintergrund.

Und zwischen Trug und Wahrheit schwebet

Noch zweifelnd jede Brust und bebet
Und huldigt der furchtbarn Macht,
Die richtend im Verborgnen wacht,
Die unerforschlich, unergründet
Des Schicksals dunklen Knäuel flicht,
Dem tiefen Herzen sich verkündet,
Doch fliehet vor dem Sonnenlicht.

Da hört man auf den höchsten Stufen

Auf einmal eine Stimme rufen:
"Sieh da! Sieh da, Timotheus,
Die Kraniche des Ibykus!" -
Und finster plötzlich wird der Himmel,
Und über dem Theater hin
Sieht man in schwärzlichtem Gewimmel
Ein Kranichheer vorüberziehn.

"Des Ibykus!" - Der teure Name

Rührt jede Brust mit neuem Grame,
Und, wie im Meere Well auf Well,
So läuft's von Mund zu Munde schnell:
"Des Ibykus, den wir beweinen,
Den eine Mörderhand erschlug!
Was ist's mit dem? Was kann er meinen?
Was ist's mit diesem Kranichzug?" -

Und lauter immer wird die Frage,

Und ahnend fliegt's mit Blitzesschlage
Durch alle Herzen. "Gebet acht!
Das ist der Eumeniden Macht!
Der fromme Dichter wird gerochen,
Der Mörder bietet selbst sich dar!
Ergreift ihn, der das Wort gesprochen,
Und ihn, an den's gerichtet war."

Doch dem war kaum das Wort entfahren,

Möcht er's im Busen gern bewahren;
Umsonst, der schreckenbleiche Mund
Macht schnell die Schuldbewußten kund.
Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
Die Szene wird zum Tribunal,
Und es gestehn die Bösewichter,
Getroffen von der Rache Strahl.

Freitag, 7. September 2012

Star Trek


Hihihi... Nun wäre beinahe der Tag vorbeigegangen und ich hätte es nicht bemerkt...:
Google hat heute anlässlich des 46. Geburtstags von Star Trek ein Star Trek-Doodle! (und man kann sogar eine Miniepisode selbst durch anklicken durchspielen - im Transporterraum gibt's sogar ein Wiedersehen mit den Tribbles*!)


(oh, jetzt oute ich mich als Trekkie - naja, pathologisch ist's nicht, aber als Jugendliche war ich echter Fan)

Live long and prosper!

______
*Tribbles sind kleine, wollknäuelartige Tiere, die schwanger geboren werden und sich entsprechend unwahrscheinlich schnell vermehren können, was zu Bergen von Tribbles auf der Enterprise geführt hat.  



Mittwoch, 5. September 2012

Und noch eins

Damit wir das Lachen - und das Nachdenken nicht vergessen:
Vor einiger Zeit am Tübinger Hauptbahnhof:

Wo sind die Schafe?
Oder die Rasenmäher?
Wer mäht da wo was?
Wovon soll ich Abstand halten?
Vom Zug?

...viel Stoff, nachzudenken!

Dienstag, 4. September 2012

Bitte um ein paar Stoßgebete...

Heute mal in eigener Sache:
ich bin gerade mit "vorgestetzen Stellen" am verhandeln und leider sehr von ihrer persönlichen Meinung abhängig. Der Herr gerade am Telefon ist unzufrieden damit, was mein Chef mir genehmigt hat (obwohl es ihn überhaupt nicht betrifft - es geht ums Prinzip - in anderen Betrieben sei so etwas auch nicht möglich, etc. - ich solle erst einmal viele Jahre arbeiten, dann könne man da nochmals darüber reden....) und versucht nun (so scheint es mir) mit allen Mitteln, das unmöglich zu machen (Einschalten eines weiteren Mitarbeiters, weiteres Gespräch mit meinem Chef...).
Ich würde mich aber seeeeehr freuen, wenn das klappen würde, und wäre sehr geknickt, wenn es mir verwehrt würde - das war immer eine Art "Ziel", für das es sich auch zu arbeiten lohnt.
Bitte - wenn Ihr für diesen verbitterten, unfreundlichen Mann am Telefon ein kleines Stoßgebet übrig hättet, dass sein Herz erweicht wird (und eines, dass mein Antrag doch genehmigt wird)....
Danke!

Donnerstag, 30. August 2012

Finde den Fehler



(gefunden in Cheb, Tschechien)

(btw - sorry, z.Zt. fühlt es sich richtig an, über vieles nicht nachzudenken, und "einfach" zu sein - deshalb weniger Text und mehr Bilder)

Mittwoch, 29. August 2012

SheIsCatholic

erfreut die Welt nun (vorerst) nicht mehr mit ihren netten Videos zu mehr oder weniger ALLEM rund um's Katholisch-sein (wie z.B. Girls just wanna be nuns), denn sie ist (wie zuvor schon ihre Schwester) als Postulantin bei den Dominican Sisters of Mary eingetreten. Heute nun gibt's auf dem eigens eingerichteten Blog ihrer Mutter die ersten Bilder (dieses mit ihrer Schwesterschwester ;-) ). 
Quelle:http://somesisters.blogspot.de/

Oh, sie sieht sehr glücklich aus. Darum: "May the Lord bless you, grant you perseverance and faithfulness to His calling!" Ad multos annos!

SheIsCatholics Youtube-Kanal - (zum Nachschauen der Videos)

Bitte, lieber Fußballgott..

Bitte, lieber Fußballgott, mach, dass Gladbach heute 0:3, oder 1:4 oder vielleicht auch 1:5 gewinnt!
...
Bittebittebittebitteeeeeeeeeeee,
-chiqitac-

Nachtrag: Ach, sch...!!!
Kurzzeitig dachte ich ja wirklich, dass es ihn geben könnte, den Fußballgott, aber jetzt - schade, schade, schade, schade! Summa summarum hätte es Gladbach schon verdient. Schade.

Dienstag, 28. August 2012

Neulich in einem schwedischen Möbelhaus

... sah ich diesen Schreibtisch:


Na klar, ein Schreibtisch!

Bis ich näher hinschaute und feststellte, dass dieser Schreibtisch seine Eigenheiten hat...:



DEN brauch ich! 

Samstag, 25. August 2012

Difficile


Non quia difficilia sunt, non audemus,
sed quia non audemus, difficilia sunt. 

(Seneca, epistulae morales)

(In etwa: "Nicht, weil etwas schwer ist, wagen wir es nicht, 
sondern es ist schwer, weil wir es nicht wagen.")


In diesem Sinne: "Auf in den Kampf...!"
Einen gesegneten Tag!


Samstag, 18. August 2012

Zum Namenstag

Liebe Helena, 
herzlichen Glückwunsch zum Namenstag! 
Die Heilige Helena. Gefunden:http://www.unserekirche.de/data/images/520/216661835655.jpg
Viel Segen,
Deine Patin

Urlaubserinnerungen - 1

Da ich noch nicht bereit bin, mich dem Alltag wieder zu stellen, schwelge ich noch in Urlaubserinnerungen:

Der Westweg - mit der roten Raute - da waren wir unterwegs


Nicht immer war das Weiterkommen so einfach - manchmal versperrte auch ein Baum den Weg:
 

 Einer??? --> Mehrere!!!


Manchmal wurden wir bereits vorher, aber manchmal auch erst hinterher darauf hingewiesen:

Meist war das Wetter großartig:


manchmal nicht ganz so großartig...
Plötzlich "mähte" es aus dem Nebel - und dann tauchten diese Schafe auf. Zum ersten Mal fragte ich mich, ob das Wort "mähen" (also Rasen oder so) nicht vielleicht doch auf die Schafe, die im doppelten Wortsinn mähen, zurückzuführen sein könnte ;-)

(insgesamt hatten wir wirklich großes Glück! - Oder eben doch einen "Pakt mit dem Heiligen Petrus" - wie ein Freund schmunzelnd meinte - ich hatte nämlich die ganze Zeit betont, dass es NICHT regnen würde ;-)! - Ich habe fast Recht behalten :-) *freu*

aber auch diese Wolken sehen großartig aus, oder?!!!
 Und vor allem: wir kamen gesund wieder daheim an, es war echt toll!
Leider ist die Schrift zu klein (das Bild zu schlecht) - ein Wegkreuz am Rand:
"Gelobt sei Jesus Christus".


- in Ewigkeit. Amen.


to be continued...

Freitag, 17. August 2012

Verlesen

Beim Wandern auf dem Westweg stieß ich eines morgens auch auf eine evangelische Kapelle an der Schwarzwald-Hochstraße. Interessiert betrachtete ich die Schautafel und wollte meinen Augen nicht trauen:


Walking mit Abendmal.

...dann las ich nochmals genauer...



- da ist ja doch noch ein "l" dabei - und es ist der Name des Pfarrers.

Mal ehrlich: gewundert hätte es mich nicht, wenn sich da eine Gruppe zum Walking mit Abendmahl trifft...

Donnerstag, 16. August 2012

Neue Kategorie

Es bereitet mir Freude, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und die kleinen erheiternden Dinge "am Rande" festzuhalten (Schilder, Bilder, Texte, etc.) - in loser Regelmäßigkeit werden diese nun hier auch zu finden sein.

Teil 1:

...nü glar! (NB - gefunden NICHT in Sachsen ;-)  ).

Dem Heiligen Antonius...


sei Dank!
Gerade zurückgekehrt aus dem Urlaub habe ich bemerkt, dass ich gestern Abend im Zug (oder am Bahnhof oder sonstwo) meine Digitalkamera verloren haben musste. Welch ein Schock. Total traurig (ob der vielen schönen Urlaubserinnerungen, die ich nun nicht hatte), bat ich den Hl. Antonius um seine Hilfe. Dann habe ich bei der Bahn nachgefragt und eine sehr nette und kompetente Dame am Apparat gehabt, die auch noch wirklich hilfreich war. Durch sämtliche Bahnhöfe und Züge (ich musste mehrfach umsteigen) haben wir uns durchgearbeitet und schließlich meinte sie, sie glaube, dass sie bereits ein Fundstück hätte, das zu meiner Verlustmeldung passte – sie gab mir die relevanten Informationen und ich sollte mich mit dem Bahnhof direkt in Verbindung setzen. Daraufhin rief ich dort an und es wurde noch viel wahrscheinlicher, dass dies mein Fotoapparat war, so dass ich beschloss, die Stunde zu fahren (dankenswerterweise war das dann auch wirklich recht nah und nicht einmal durch ganz Deutschland). Dort angekommen wurden auch noch die letzten Zweifel ausgeräumt: es war meine Kamera, mit allen meinen Bildern. Wie habe ich mich gefreut!
Leider gab es keine Angabe, wer der liebe Finder war – ich würde gerne persönlich DANKE sagen. Deshalb hier: HERZLICHEN DANK, lieber Finder – und herzlichen Dank, Hl. Antonius! 

...fast hätte ich auf dieses und alle anderen Bilder aus dem Urlaub verzichten müssen... -welch großes Glück!

Mittwoch, 1. August 2012

Blog-Ferien!

Ich bin unterwegs und komme an Mariä Himmelfahrt zurück!

Dienstag, 31. Juli 2012

Liebe Mama,...

Happy birthday, liebe Mama!

Einen gesegneten Tag wünsche ich Dir heute und für das kommende Lebensjahr und alle darauffolgenden Jahre (nochmals 60 wäre wohl vermessen zu wünschen) ebenfalls reichen Segen.
Danke, dass Ihr mitgeholfen habt, mich zu dem Menschen zu machen, der ich heute bin, dass Ihr mir durch Euer Vorbild und Eure Erziehung, Eure Liebe, Begleitung und Fürsorge so vieles möglich gemacht habt!
Danke, dass ich so vieles für selbstverständlich nehmen durfte; Danke für ungezählte Stunden im Einsatz für mich und meine Schwester.
Danke, dass Ihr mich früh gelehrt habt, zwischen richtig und falsch, wichtig und unwichtig zu unterscheiden.
Danke für alle Entbehrungen, alle Einschränkungen, die Ihr für mich gerne in Kauf genommen habt.
Danke ... 

Danke für Eure Liebe, danke für Deine Liebe. 

Gebe der HERR, dass Du und Papa noch lange in gegenseitiger Liebe, Achtung, Dankbarkeit und Gesundheit miteinander auf dem Weg sein dürft. Möge ER Dir SEINE Liebe zeigen und Dich ganz erfüllen.

Herzlichst,
Deine Tochter

Montag, 30. Juli 2012

How to delight a priest

Offensichtlich geht das manchmal ganz einfach.
Man nehme:
-einen Priester
-eine beichtwillige Person (mich)
-ein wenig Mut
-eine Diasporagemeinde
und los geht's.
=> nachdem ich gestern in der Messe überrascht (erfreut) festgestellt hatte, dass nicht der "normale" Ortspfarrer zelebrierte, sondern der Priester, der nur in Teilzeit hier in der Kirchengemeinde tätig ist (dessen Gottesdienste aber einfach die "schönsten" sind - sofern man das so lapidar ausdrücken kann; er feiert eben würdig die Messe), habe ich ihn nach der Messe spontan gefragt, ob er mir noch die Beichte abnehmen würde. Er hat eingewilligt und hat mir mehrfach erzählt, wie dankbar er ist, dass es noch Menschen gibt, denen dieses Sakrament wichtig ist, die es regelmäßig empfangen, .... - er hat sich, glaube ich, wirklich gefreut. Ich mich auch. Und dankbar war ich auch. Sehr.
Fazit: To be repeated.

Sonntag, 29. Juli 2012

Ferienlektüre

Nachdem ich endlich auch Ferien habe, konnte ich mich nun auch mit der Frage auseinandersetzen, welche Bücher ich in den nächsten Wochen lesen möchte (--> Aufruf zu Los Wochos: Ferienlektüre).
Im Regal stehen noch zehnmal mehr Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden (u.a. auch viele tolle englische Bücher - und Klassiker - und...), aber ich habe ausgewählt und hier mein Ergebnis:

Die beiden Reclamheftchen links werden mich die nächsten beiden Wochen beim Wandern/Pilgern begleiten, Kardinal Kasper bekommt eine Chance, der Katechismus - bedarf keines Kommentars und Haruki Murakami wurde mir von einer befreundeten Journalistin als persönlicher Tipp ausgeliehen. 
Mal sehen. Am meisten freue ich mich auf Seneca.
(Wenn ich zu genervt bin, flüchte ich immer zu Jane Austen... ;-)  ).

Ich bin dann bald mal weg...

...bis Mariä Himmelfahrt... wandernd und pilgernd unterwegs...

Hat jemand spezielle Anliegen, die ich mit auf den Weg nehmen soll? --> bis am 01.08. abends kann ich nochmals die Kommentare checken, was bis dann hier steht, wird "mitgenommen".

Samstag, 28. Juli 2012

Catholic pomp

Letztes Wochenende war ich zu Besuch in München und im Zuge dessen auch am Samstag Abend bei "Nightfever" im Alten Peter. Nach der Messe war eine Lichterprozession angekündigt (die dann aber auf einen halben Rundgang in der Kirche reduziert wurde), als Überleitung zur Anbetung. Nach dem Schlussgebet beobachtete ich, wie sich im Hochaltar eine Art Vorhang öffnete und die Monstranz sichtbar wurde (so etwas hatte ich ja noch nie gesehen und war entsprechend ganz fasziniert und schaute noch genauer hin, wie das funktioniert haben könnte - natürlich auf Kosten meiner Andacht...) und fragte mich, ob der Priester 1.) die Monstranz wohl einfach "stehenlassen" würde bei seiner Lichterprozession (was mir höchst unwahrscheinlich schien), oder falls das nicht der Fall sei, wie er 2.) dann überhaupt an die Monstranz hinreichen sollte (da sie viel zu hoch stand). (...meine Andacht... - war bei technischen Dingen...). 
UND DANN passierte es: die Monstranz begann zu wackeln, da die Plattform, auf der sie stand, zu ruckeln begann und sich langsam senkte (äääh, ich hatte ein wenig Angst, dass es so sehr wackeln würde, dass die Monstranz herunterfällt). Die Monstranz bewegte sich dadurch langsam nach unten und war schließlich auf einer Höhe, dass der Priester sie entnehmen konnte (für das Prozessiönchen). Und nach der Prozession ging das alles natürlich umgekehrt: Monstranz auf Plattform - ruckeln - langsames nach-oben-bewegen - wieder-am-richtigen-Platz-sein-um-von-allen-gesehen-zu-werden. Höchst faszinierend und eindrucksvoll!!!

Diese Katholiken!!! Wir verstehen es wirklich, alle Sinne mit unserem Pomp zu bedienen...

Auf der Suche nach weiteren solcher Mechanismen stieß ich auf ein Video aus Andechs (ab ca. 1:10). Hier ist auch noch zu sehen, dass links vom Hochaltar jemand kniet, der offensichtlich kurbelt (das löst mein nächstes Problem: "damals gab's noch keinen Strom - wie bewegt sich die Plattform?"). 




Und nun meine Frage/Bitte an Euch: Kennt Ihr noch weitere solcher spannender Mechanismen (mir wurde neulich erzählt, es gäbe auch "Himmelfahrtsmechanismen" oder "Auferstehungsmechanismen" o.ä.)? Wo? --> ich bin auf den Geschmack gekommen und möchte mich "pompmäßig" dringend weiterbilden ;-).


Donnerstag, 26. Juli 2012

Hl. Anna

...bitte für uns!
http://www.holidaycheck.de/data/urlaubsbilder/images/32/1158074189.jpg

Mittwoch, 25. Juli 2012

Befreit - endlich Ferien!

So froh bin ich, endlich sind Ferien! Nun bin ich wirklich erschöpft und deswegen sehr dankbar, dass ich erst einmal "frei" habe. Knapp 3 Wochen gönne ich mir auch "ganz frei", und den Rest der Ferien werde ich nutzen, nach- und vor allem vorzubereiten und mir damit den Einstieg nächstes Jahr zu erleichtern. 
Dieses Schuljahr war auch mein erstes Jahr als "richtige" Lehrerin, und dazu noch als Klassenlehrerin. In der Zeit vor der Schule in der Wissenschaft konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, dass unterrichten so anstrengend sein kann. Doch es ist wesentlich anstrengender, als stundenlang im Labor stehen, Überstunden machen, etc. 
Nach langem Hin- und Herüberlegen ist mir vor einigen Wochen auch klar geworden, dass ich dabeibleibe im Schuldienst, und nicht zurück in die Forschung gehe. Die Rückmeldungen im Schuldienst waren zu positiv und ich habe eingesehen, dass es manchmal einfach auch darauf ankommt, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle das Richtige zu tun. Und ein bisschen altruistisch ist das sowieso. Auch, wenn ich weiß, dass es mich sehr anstrengt, die ganze Zeit Leute um mich herum zu haben und keine Rückzugsmöglichkeit; auch, wenn ich sehe, dass ich noch viel bessere Strategien für das viele Alleinsein finden muss. Alleine vorbereiten, alleine korrigieren, mehr oder weniger auch alleine vor der Klasse, das ist ist auch schwierig. All das sehe ich und habe mich dennoch endlich für den Schuldienst entscheiden können - und kann erstaunlicherweise echt gut mit dieser Entscheidung leben. Nicht einmal die sehr schwierige Situation mit diesem einen Schüler in den letzten beiden Wochen hat mich wieder in die Entscheidungskrise zurückgeworfen. 
Dafür bin ich sehr dankbar!
...vielleicht klappt das ja auch noch mit der Berufungsfindung /-entscheidung. Da wäre ich noch viiiiiel dankbarer.


Dienstag, 24. Juli 2012

Oh, danke!

Oh, Mensch, da wurde mein Blog doch tatsächlich zweimal nominiert - für DIE Robusta in den Kategorien Frische und Mauerblümchen. Ich freue mich total und bedanke mich! 
...und vermute, dass ich mich dann wenigstens "bald" einmal "ordentlich" vorstellen sollte ;-). 
Nochmals danke, ich sehe das als Vertrauensvorschuss!

Und ein riesiges Dankeschön an den Herrn Alipius - für die Idee, die Initiative und die Durchführung. Tolle Sache!

Montag, 23. Juli 2012

Das war schon immer so!

Die letzte Woche war sehr anstrengend für mich (Diskussionen um Nichtversetzungen etc.), ganz besonders der Donnerstag (da wurde mir zugetragen, dass "man" mich auch verklagen könne - wegen einer mündlichen Note), so dass ich mich sehr auf "meine" Lieblingswerktagsmesse freute. Diese findet in einem kleinen Kirchlein statt (sehr alt; ursprünglich Teil eines Klosters, dann profan genutzt und nun wieder Kirche), in dem mich schon die Atmosphäre sehr anspricht: alte Mauern, die Beleuchtung (vorwiegend) durch Kerzenschein, wenige Leute (gut, das ist nicht unbedingt ein Pluspunkt), ein Priester der eine ordentlich katholische Messe feiert UND sogar ein Organist (der auch eher die schönen alten Lieder und nicht die "modernen" 60er/70er-Jahre Kirchenlieder mag). 
Letzte Woche also gehe ich (noch angespannt, doch in Vorfreude) in diese Kirche hinein, grüße meinen HERRN, freue mich, dass wieder die Kerzen an sind und auf künstliche Beleuchtung weitestgehend verzichtet wird, begrüße noch den Organisten und dann geht die Tür auf und es ertönt eine Stimme (laut, ungehalten) "Was isch an dees fir a Feschdbeleichdung?!" (inhaltliche Zusammenfassung: die alte Dame hatte bemerkt, dass alle Kerzen angezündet waren, was offensichtlich ihren Unmut weckte). Auch sie steuerte auf den Organisten zu (bei dem ich immer noch stand) und wiederholte diese Aussage gleich nochmals (wieder lautstark). Dieser versuchte, sie zu beruhigen und meinte, sie solle sich doch sammeln und sie wäre doch der Messe wegen in der Kirche etc. - sie ließ sich aber nicht beruhigen und erklärte, dass man das doch dem neuen Mesner sagen müsse, denn: "Das war schon immer so!" - spätestens bei diesem Argument explodierte ich (innerlich), denn exakt DIESES Argument musste ich schon viel zu häufig hören. Aaaaaaaaaaaaaaaahhhh!!! Nun ja, freundlich (soweit  mir das noch möglich war - angespannt, wie ich ohnehin war) meinte ich, dass ich es sehr schön fände und mich sehr freuen würde, dass so viele Kerzen angezündet waren. Fehler. Denn: "Ha noi, dees missad Sie wissa, dees machd mr so id" (na klar, das muss ich wissen, so macht "man" das offensichtlich nicht, denn - Begründung: siehe Posttitel). Und dann kam mein Lieblingsargument: sie sagte, man müsse ja auch berücksichtigen, was das kostet!!! OOooooh, klar, Kerzen, die eine Stunde lang brennen, verursachen natürlich immense Kosten. (Licht "vom Lichtschalter" allerdings auch - vielleicht sollten wir auf Licht gänzlich verzichten???) - Spontan erklärte ich mich bereit, exakt für dieses Anliegen zu spenden. ;-) 
Naja, die Messe verlief dann ruhig ab, doch nach der Messe ging es weiter. Sie (die Dame) "schnappte" sich den Mesner und ich beschloss, draußen auf ihn zu warten, denn ich fühlte mich immer noch nicht in der Lage, zu diskutieren (emotional entspannt). 30 Minuten musste der Gute das über sich ergehen lassen. Schnell bin ich dann nochmals in die Kirche geschlüpft und habe meine Meinung kundgetan, die, wie ich dann feststellte auch die anderer war, insbesondere die des Priesters, der explizit darum gebeten hatte, alle Kerzen anzuzünden.
Eigentlich sollte man meinen, dass damit schon alles geklärt sei. Der Priester will's, der Großteil der feiernden Gemeinde will's, der Mesner will's und macht's - doch NEIN... - eine alte Dame will's nicht, denn: "Das war schon immer so!" - Jetzt geht dieses Anliegen an den KGR und an den hauptveramtlichen Pfarrer der Seelsorgeeinheit und so weiter -.... 
Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh! Welch Wahnsinn!

Herr, hilf, dass ich später einmal nicht so werde und dass ich mir das Argument "das war schon immer so!" nicht irgendwann auch aneigne, sondern dass ich offenbleibe für logische Argumente und bei gewissen Dingen auch tolerant sein kann!

Freitag, 20. Juli 2012

Schwester der Braut

Vor drei Wochen hat meine Schwester geheiratet und ich war gebeten, ein Stück (mit Klavierbegleitung) zu singen. Nun habe ich schon seit ein paar Jahren Gesangsunterricht, und in der letzten Zeit bin ich auch echt öfters einmal zufrieden mit dem, wie das mit dem Singen geht, aber ich habe immer noch ein großes Problem: ich bin soooooooo aufgeregt (was ich praktisch überhaupt nicht bin, wenn ich vor anderen reden soll oder mich sonst irgendwie "zum Affen machen" soll - nur das Singen ist das Problem). In der Vorbereitung habe ich also geübt und geübt und geübt und geübt - und in den Wochen vor der Hochzeit war das Lied im Unterricht auch so richtig klasse. Und dann kam die Hochzeit. Ich stehe nach der Trauung auf (wo ich natürlich innerlich sehr bewegt war - schließlich schloss meine kleine Schwester den Bund für's Leben) und gehe zum Klavierspieler und merke, dass mein Herz gefühlt irgendwo in meinem Hals wild klopft, dass mein Hals zugedrückt ist etc. (nebenbei: es waren vielleicht 250 Leute zur Messe gekommen). Uuuuh, war das gruselig; ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen und noch viel mehr versucht, mich wieder zu beruhigen und dann ging's los. Bei den ersten Takten habe ich gemerkt, wie meine Stimme wackelt und ich war ganz unglücklich. Dann ging's immer besser, zwischendurch war ich auch beim Singen zufrieden - und hoffte auf den Schluss (da war ein schöner langer hoher Ton zu singen) - doch leider war der wohl nur zu 75% so schön, wie er hätte sein können. 
Naja. Fazit: ich selbst ging ziemlich unglücklich auf meinen Platz zurück. Die Reaktionen nach der Trauung waren dann aber durchweg positiv (viele wussten gar nicht, dass ich so singen kann ;-) - woher auch?!), teils sogar begeistert - und ich war nicht mehr ganz so unglücklich. 
Heute nun habe ich von meiner Schwester die Aufnahme dieses Stücks bekommen (das hat jemand mitgeschnitten), nochmals mit dem Dank, dass sie sich sehr gefreut haben. Beim Anhören muss ich nun feststellen, dass man am Anfang zwar durchaus hören konnte, dass meine Stimme gewackelt hat und mir teils die Luft weggeblieben ist (und auch zwischendurch manchmal), insgesamt aber bin ich doch recht zufrieden. Es klingt echt besser, als es sich angefühlt hat. Vielleicht hatte meine Gesangslehrerin doch recht, als sie meinte, dass das Stück auch noch toll klingen würde, wenn ich nur 75% dessen gäbe, was ich könnte. So wird's wohl gewesen sein. 
Ein wenig traurig bin ich denoch, denn ich weiß, dass es noch viiiiiiiel schöner hätte sein können - das hätte ich auch echt gerne gegeben für meine Schwester. Aber: es ging nicht. 
Und andererseits wollten die beiden, dass wir (ich als Schwester der Braut und der Pianist als Bruder des Bräutigams) das machen und keine professionellen Musiker. Ich werde weiter üben und hoffe, dass ich das mit der Nervosität irgendwann einmal besser in den Griff bekomme (leider habe ich keine Schwester mehr, bei deren Hochzeit ich üben könnte ;-) , da muss ich mir andere Möglichkeiten suchen), so dass ich irgendwann einmal selbst so richtig zufrieden sein kann, wenn vor anderen vorsinge. 
Bis dahin versuche ich mich darüber zu freuen, dass auch dieses Stück schon stellenweise sehr schön war. 

Donnerstag, 19. Juli 2012

gut oder schlecht?

Liebe mitbloggenden Theologen, Germanisten, etc., ich bitte um Aufklärung.
Ist diese Grundsatzerklärung des Generalkapitels FSSPX nun "gut oder schlecht"?
Einerseits: "...was bedeutet, dass die höchste Regierungsgewalt über die Kirche allein dem Papst als Stellvertreter Christi auf Erden zukommt;"
andererseits: "...die mit Irrtümern behafteten Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils..."
Und jetzt???
Im Voraus dankend,
chiqitac